Freitag, 6. Dezember 2013
Reisetagebuch, Teil XI
Tag 24 - 28 (01.12. - 08.12.)

Tokyo

So, ich habe es tatsächlich geschafft. Ich bin am Ende meiner Reise angekommen, und lediglich Tokyo ist ńoch zu besuchen. Für alle Interessierten hier noch mal mein kompletter Reiseverlauf:



In Tokyo selber habe ich diesmal eher weniger Bilder gemacht, und auch nicht mehr ganz so viele Kulturgüter besucht. Ich habe die Zeit eher damit verbracht, die Stadt einfach nur auf mich wirken zu lassen, und am Ende noch ein wenig zu entspannen und zu genießen.

Den Anfang machte ein Besuch in Harajuku, hier stolperte ich dann doch tatsächlich mal wieder über den unvermeidlichen Schreinbesuch. Es handelt sich um den Meijijingu, den Schrein, in dem Kaiser Meiji vergöttlicht (nennt man das so?) wurde.





Des Weiteren besuchte ich Shibuya, einer der bekanntesten Stadtteile, insbesondere wenn es um Ausgehen und Shopping geht.







Na, wer erkennt ihn?



Der Tokyo Tower in Roppongi bei Nacht.



Ein Besuch in Ueno führte mich in ein weiteres Museum, über das Leben im mittelalterlichen Japan.





Und ein Besuch in Ginza (der Haupteinkaufsstraße in Tokyo, vergleichbar mit der Oxford-Street in London) darf natürlich auch nicht fehlen.







Abschliessend war ich noch in Asakusa, einem relativ traditionell belassenen Stadtviertel Toykos. Deshalb auch mit den meisten Touristen.





Insgesamt muss ich feststellen, dass Tokyo dafür, dass es eine der größten Metropolen der Welt ist, gar nicht so überfüll ist, wie ich es mit vorgestellt hatte. Osaka oder Kyoto waren da wesentlich schlimmer. Auf Grund der gigantischen Größe scheint sich das hier relativ gut zu verteilen.

Damit wär ich dann auch vorerst am Ende angelangt, am Sonntag mache ich mich wieder auf den Heimweg. Ich hatte eine schöne Zeit, und ich freue mich darauf, euch alle bald wiederzusehen :)

Mata raishuu

Benjamin

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 5. Dezember 2013
Reisetagebuch, Teil X
Tag 22 + 23 (30.11. + 01.12.)

Als letzten Stopp vor meiner Ankunft in Tokyo hatte ich mich entschlossen, noch 2 Nächte in Nagoya zu verbringen. In Nagoya selber habe ich mir nicht so viel angeschaut, den Tag habe ich hauptsächlich mit Bummeln verbracht. Vor meiner Weiterreise habe ich allerdings noch das Schloss von Nagoya, das Nagoyajo, besucht.

Das Schloss selber ist im 2. Weltkrieg vollständig zerstört worden, man ist aber bemüht, es möglichst originalgetreu wieder aufzubauen, inklusive der Verwendung traditioneller japanischer Baumaterialien und Konstruktionstechniken. Bisher ist allerdings lediglich das Haupthaus fertiggestellt, das allerdings einen wirklich interessanten Einblick bietet. Insbesondere die Wandbemalungen sind hier wirklich gut zu erkennen und wissen zu beeindrucken.







Auch hier war wiederum ein Museum angeschlossen, mit Exponaten aus dem Militärwesen, ...





... dem alltäglichen Leben japanischer Aristokraten,...



... Schreibstuben für die Regierungsarbeit, ...



... sowie weiteren Rüstungen.





Für die letzte Etappe nach Tokyo wollte ich diesmal mit dem Shinkansen reisen, dem japanischen Schnellzug (Reisegeschwindigkeit ~300 km/h). Die Reise war sehr angenehm, und man fühlt sich in der Tat, wohl auch wegen des entsprechenden Interieurs, eher wie in einem Flugzeug denn als in einem Zug.





Über meinen Aufenthalt in Tokyo gibt es morgen oder übermorgen noch einen kurzen Artikel, bevor ich dann am Sonntag wieder nach Deutschland zurückkehre.

Kio tsukete

Benjamin

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 24. November 2013
Reisetagebuch, Teil VII
Tag 12 (20.11.):

Die nun folgenden Tage ließ ich eher etwas unkultureller angehen, und beschäftigte mich ein wenig mehr mit Ausgeh- und Einkaufsmöglichkeiten der größten Stadt, die ich seit meiner Ankunft in Japan besucht hatte. Meine nächste Etappe führte mich nämlich nach Osaka. Den ersten Tag meiner Ankunft am Bahnhof Osaka...



...verbrachte ich hauptsächlich damit, die Stadt einfach nur zu begutachten. Und mit dem Versuch, mir in Japan eine neue Hose zu kaufen. Diesen muss ich allerdings als gescheitert anerkennen, da ich feststellen durfte, dass ich hier in Japan selbst wenn ich die größte Größe anprobiere immer noch meinen Bauch stärker einziehen muss, als angenehm oO Gute europäische Hausmannskost halt ;)

Während meines Bummels entdeckte ich auch noch das älteste Kabukitheater der Stadt, leider im Moment in Restauration begriffen.



Ich konnte heute nämlich auch erst gegen 19:00 Uhr in meinem Hostel einchecken (leider habe ich vergessen, hiervon Bilder zu machen :(). Dieses Hostel war allerdings so gut versteckt, dass ich es erst um 20:30 erreichte, und zwar auch nur auf Grund der Nutzung eines Taxis. Ansonsten würde ich vermutlich jetzt noch suchen. Die Erfahrung im Hostel war durchaus interessant, auch wenn der Kontakt mit den Leuten, die ich am ersten Tag getroffen habe. relativ gering war. Was wohl auch daran lag, dass diese sich in der Masse auf Chinesisch verständigt haben. Den Rest des Abends habe ich dann einfach nur noch meine von der langen Suche schmerzenden Füsse hochgelegt und meinen Blog aktualisiert.

Tag 13 (21.11.):

Den heutigen Tag verbrachte ich dann erst mal doch kulturell, und ging meinem inzwischen wohlbekannten Hobby des Museums- und Schlosshoppings nach. Auf dem Programm standen heute erst mal das Osaka History Museum und das Osakaschloß, errichtet durch Toyotomi Hideyoshi, den zweiten der drei Reichseiniger Japans.

Das historische Museum gestaltete sich insbesondere anfangs auch hochgradig interessante, konnte man doch Darstellungen aus dem Leben der älteren Zeiten Japans...



...sowie dazugehörige Fundstücke begutachten.



Auch der weitere Verlauf blieb noch relativ vielversprechend, konnte man hier interessante Modelle des mittelalterlichen Osaka...



...sowie nachgestellte Szenen aus dem Stadtleben...



... und japanische Theaterutensilien begutachten (in diesem Falle des Bunraku, ein japanisches Puppentheater).



Im weitere Verlauf flachte die Ausstellung allerdings wesentlich ab, und es gab lediglich noch nachgestellte Strassenzüge aus dem Japan der Industrialisierung zu sehen, von denen mir unglücklicherweise auch kein Bild einigermaßen gelungen ist.

Des Weiteren gab es noch eine Sonderausstellung zu dem Thema "Helm- und Schwertschmiedekunst im mittelalterlichen Japan" zu sehen. Diese war durchaus auch mal wieder interessant (einige der ausgestellten Helme sahen in der Tat eher total lächerlich aus, und wirkten auch in der Schlacht eher nachteilig auf mich), aber auch hier galt mal wieder das in japanischen Museen so stark verbreitete Fotografierverbot.

Im Anschluss machte ich mich dann noch auf den Weg, das benachbarte Schloss zu besichtigen.



In diesem befand sich tatsächlich auch noch ein Bauwerk aus dem zweiten Weltkrieg, das tatsächlich nicht von Bomben zerstört wurde. Das Schloss wurde im Japan der Moderne zur Stationierung große Teile seiner Armee verwendet, das hier zu sehende Gebäude stellte wohl so etwas wie das Hauptquartier dar, und ist im Gegensatz zu den restlichen Gebäuden nicht zerstört worden.



Interessant ist auch die hier zu findende Zeitkapsel, die im Jahre 1970 anlässlich der Weltausstellung in Osaka vergraben wurde, und erst im Jahre 6970 wieder geöffnet werden soll. Ich bin mal gespannt, was daraus wird ;)



Das Schloss selber sieht halt ähnlich aus, wie die meisten anderen, allerdings ein wenig prunkvoller verziert, wie es sich halt für einen Reichseiniger gehört.



Im Inneren des Schlosses war noch eine nicht uninteressante Ausstellung über das Leben und Wirken Hideyoshis zu sehen, aber auch hier galt mal wieder: Shashino toranai!
Somit kann ich leider auch hier keine weiteren Bilder von präsentieren. Von Interesse ist jedoch vielleicht noch das vor dem Schloss stehende öffentliche Dojo, dass seit einigen Jahren zur Kampfsportausbildung von interessierten Japanern genutzt wird.



Den Abend gab es mal wieder eine ortstypische Spezialität, in diesem Fall: Okonomiyaki. Der geneigte Leser wird sich hier vielleicht fragen: "Aber das war doch schon Hiroshima?", und tatsächlich gibt es in Japan zwei Hochburgen dieser (wesentlich köstlicheren als ihr Anblick vermuten lassen würde) Spezialität, deren Zubereitung sich jedoch in einigen Details unterscheidet. Wesentlich hierbei ist vor allem die Verwendung von Nudeln (Hiroshima) bzw. das Weglassen derselbigen (Osaka). Ich persönlich musste ganz ehrlich feststellen, dass die Okonomiyaki in Osaka ein wenig besser schmecken.



Den Rest des Abends stürzte ich mich mal wieder ins Nachtleben, was in einigen interessanten Bekanntschaften und einem noch interessanteren Kater nach einer sehr langen Nacht mündete.

Mata kondo

Benjamin

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 16. November 2013
Reisetagebuch, Teil IV
Tag 6 (14.11.):

Den heutigen Tag verbrachte ich mal wieder mit Sightseeing. Heute war also Matsuyama dran. Als erstes fällt einem natürlich das Badehaus des Dogo-Onsen in direkter Nachbarschaft zu meinem Ryokan auf:



Wer errät, woher dem einen oder anderen dieses Gebäude bekannt vorkommt, bekommt ein extra O-Miyage von mir ;) (Dürfte allerdings den nicht-japaninteressierten eher schwer fallen oO).

Der weitere Weg führte mich dann zum Matsuyamajo, dem Schloß der Stadt Matsuyama. In der Tat handelte es sich um 2 Schlossanlagen, wobei die erste nicht wiederaufgebaut wurde, sondern zu einem Garten umfunktioniert wurde, in dem lediglich die ehemaligen Grundmauern der Schlossanlage noch zu erkennen sind.







Das praktische an Japan ist in der Tat, dass hier alles sehr gut und ausführlich beschriftet und beschildert ist, so dass man eigentlich immer bestens informiert ist, was man da so zu sehen bekommt. Aber seht selbst:



Informativ, oder? (Und nein, ich kann das auch nicht lesen, die Menge an Kanji überfordert mich einfach...)

Zur eigentlichen Schlossanlagen ging es dann über eine kurze, gut ausgebaute Treppe.



Oben angekommen, konnte ich dann bereits das Schloss sehen.



Das Matsuyamaschloss ist eines der wenigen, in denen man auch etwas mehr als nur Mauern zu sehen bekommt. Hier ist noch ein Museum über den Werdegang der Stadt und seiner Daimyo (Fürsten) untergebracht. Und dieses Mal war fotografieren im Museum tatsächlich erlaubt (hurra :))

Es gab daher einige Ausstellungsstücke militärischer Natur...





...aber auch literarischer Natur zu sehen.



Ausblick vom Turm



Besonderes Highlight stellte eine Samurairüstung zum anprobieren dar.



Der Versuchung konnte ich natürlich nicht verstehen, und so verwandelte ich mich in kürzester (o.K., alle Fehlversuche abgezogen etwa 45 min.) Zeit in "nekutai no samurai".



Wobei ich echt überrascht war, wie leicht so eine Samurairüstung ist, und wie beweglich man darin noch bleibt. Ein europäisches Kettenhemd alleine ist mindestens doppelt so schwer! Zur Ausrüstung fehlt hier eigentlich noch der Mundschutz, der laut Hinweistafel dabei sein sollte, der sich aber einfach nicht auffinden ließ.

Was mich dabei auch erstaunt, je mehr ich über die Geschichte Japans erfahre und die historischen Städten besichtige, desto stärker zeichnet sich doch ein Bild, dass die geschichtliche Entwicklung in Japan der in Europa doch gar nicht so unähnlich war. Insbesondere auch die Konstruktionsweisen der Schlösser scheinen durchaus ähnlich zu sein, man griff zwar auf unterschiedliche Materialen zurück (und hat in Japan meines Erachtens nach wesentlich schöner gebaut), aber die militärischen Grundlagen scheinen sich durchaus zu ähneln, insofern ich das mit meinem beschränkten Wissen beurteilen kann.

Um das Schloss herum erschloss sich mal wieder ein kleiner Park...



...mit vielen japanischen Tieren.



Ansonsten verbrachte ich den Rest des Tages noch mit den üblichen japanischen Kulturgütern, wie z.B. Gärten...



Tempeln...



Treppen...



und Schreinen



Also wer es noch nicht ahnt, Japan ist in der Tat das Land der Berge und Treppen. Und die Treppen sind hier teilweise in einem Zustand, in dem man in Deutschland die Nutzung untersagen würde, um Stürzen und Verletzungen vorzubeugen.

Tag 7 (15.11.):

Den heutigen Tag verbrachte ich mit der Reise zu meinem nächsten Ziel. Heute ging es mit dem Zug nach Takamatsu. Um Geld zu sparen (und zu probieren, ob es auch funktioniert) entschied ich mich, nur auf Lokalzüge (und nicht auf Expresszüge) zurückzugreifen. Mit ein wenige Geduld ist das in Japan auch durchaus eine denkbare Reisevariante, und so kam ich dann nach 4 mal umsteigen und ca. 5 Stunden Fahrtzeit im ca. 150km entfernten Takamatsu an. Es ist aber anzumerken, dass japanische Züge in der tat pünktlich und zuverlässig fahren, und ich insgesamt auch nicht mehr als 30 Minuten Wartezeit an den Bahnhöfen verbracht habe. Der Organisationsgrad der japanischen Bahn ist also tatsächlich enorm hoch, die Fahrtzeit resultiert tatsächlich daran, dass die Lokalzüge jede einzelne Milchkanne ansteuern.

Da ich mir diesmal geschickterweise die Karte zum Hotel im Vorfeld auf dem Handy gespeichert hatte, gelang es mir auch etwas schneller, mein Hotel zu finden. Diesmal hatte ich mir für die Übernachtung ein Kapselhotel ausgesucht, eine Übernachtungsmöglichkeit, die (aus gutem Grund!) nur in Japan existiert (das gleiche gilt meines Erachtens nach auch für Internetcafes). Ich bekam für die Übernachtung dann also eine Schlafkapsel in einem, an ältere Sciencefictionfilme erinnernden, Schlafbereich zugewiesen.





Die Ausstattung ist sehr spartanisch, ansonsten sind noch Gemeinschaftsduschen im 1. Stock (die Kapsel ist im 4.) vorhanden, und ein kleiner Frühstücksraum. Die Übernachtung hat mich in etwa so viel gekostet wie in meinem Ryokan in Matsuyama oder in einem Internetcafe, beides Übernachtungsmöglichkeiten, die ich jederzeit vorziehen würde (insbesondere das Ryokan, das war wirklich fantastisch!).

Mein Fazit zu dieser Art zu Übernachten: Das Geld nicht wert. Nicht schön und keine vernünftigen Leistungen. Kann man eigentlich nur empfehlen, um einmal diese Erfahrung gemacht zu haben, ich werde in Zukunft immer auf Alternativen zurückgreifen.

Nach Besichtigung meines Hotels machte ich mich noch auf den Weg in die Stadt, um mich schon mal ein wenig umzuschauen, und noch einen Happen zu essen. Doch auch hier scheint Takamatsu nicht wirklich viel zu bieten zu haben, eine wirklich langweilige, trostlose Stadt, und ich bin froh, wenn ich am Sonntag wieder abreisen kann.

Wenn alles gut läuft, werde ich mit meinem morgigen Teil tatsächlich zu meinem aktuellen Reisestand aufschließen :)

Bis dahin
Ogenkide

Benjamin

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 13. November 2013
Reisetagebuch, Teil II
Tag 2 (10.11.):

Der zweite Tag fing schon mal vielversprechend damit an, dass ich direkt das Frühstück verschlief und somit direkt das Auschecken konnte. Um nicht mit ganz leerem Magen auf die Reise zu gehen also schnell noch im Konbini am Supermarkt ein Melonenbrötchen (Meronpan, leicht süßlich, schmeckt vorzüglich) und ein Sushi Obentou (Pausenbox, gibts in verschiedensten Variationen, hier halt mit Sushi) besorgt.
Im Anschluss gings dann Richtung Hiroshima. Auf Grund allgemeiner Orientierungslosigkeit (nämlich von mir, denn ich hatte eigentlich keine Ahnung, wie ich hier wieder wegkommen sollte, und Schalterbeamten gibts in diesem Ort auch nicht oO) habe ich mich dann doch entschieden, die erste Etappe direkt mit dem Shinkansen anzugehen. Nach 1 1/2 Stunden sehr angenehmer Fahrt (und im Gegensatz zur deutschen Bahn tatsächlich pünktlich auf die Minute) kam ich dann in Hiroshima an. Nach dem Debakel mit der Hotelsuche in Shimonoseki hatte ich mich schon auf ähnliche Erfahrungen in Hiroshima eingestellt, und war daher doch sehr positiv überrascht, als gleich das erste Hotel mir für 2 Nächte ein Zimmer anbieten konnte.

Da das Zimmer erst gegen Nachmittag bezogen werden konnte, gab ich also mein Gepäck zur Aufbewahrung ab und machte mich nun daran, schon mal Hiroshima zu erkunden. Mein erster Weg führte mich mein Weg heute in den Shukkeien, ein japanischer Garten nach chinesischem Vorbild, mit angrenzendem Kunstmuseum.

Hier eine kleine Auswahl an Bildern aus dem Garten:







Im Anschluss habe ich mir tatsächlich noch die Ausstellung im Kunstmuseum angesehen. Leider kann ich hiervon keine Bilder präsentieren, da dort das Fotografieren untersagt war (jaja, Japaner und Fotografieverbot, iss klar...). Zu sehen war eine Sonderausstellung über Marc Chagall und eine kleinere Ausstellung verschiedener japanischer Künstler, mit einem Exponat von Dali ("Venus", wenn ich mich richtig erinnere).
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es in der Masse recht interessant war, lediglich einige zeitgenössische japanische Skulpturarbeiten empfand ich doch als sehr langweilig.

Zum Abendessen genehmigte ich mir noch eine Spezialität aus Hiroshima, nämlich Okonomiyaki.



Es handelt sich hierbei um eine Art "Pfannkuchen", mit verschiedensten Zutaten (besondersw für Hiroshima: Soba-Nudeln), die auf einer heißen Platte vor den eigenen Augen zubereitet und dann mit ordentlich Soße drauf verspeist wird.

Den Abend verbrachte ich noch in einer Bar mit dem verheißungsvollen Namen "8-Bit Bar". In der Tat war es so, dass man sich ohne zusätzliche Kosten ein Nintendo oder Super-Nintendo an den Tisch bringen lassen konnte und dann die Gelegenheit hatte, einige Klassiker zu spielen. Ich beschränkte mich allerdings darauf, meine Fähigkeiten im konversationellen Japanisch zu verbessern.

Insgesamt kann man ganz klar sagen, dass es hier unheimlich einfach ist, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Wenn mal in einer Bar oder einem Restaurant sitzt, findet sich eigentlich immer jemand, der einen neugierig ausfragt, wo man herkommt, was man macht und so weiter. Wenn man dann noch ein oder zwei Brocken japanisch beherrscht ist man schnell im Gespräch und kann so den Abend füllen, und interessante Menschen kennenlernen.

Tag 3 (11.11.):

Der dritte Tag begann mit einem angenehmen japanischen Frühstück (2 Stücke Onigiri, etwas Salat und ein bisschen eingelegter Rettich und Spinat sowie einer Misosuppe, dazu Kaffee und Wasser) in der reichlich kleinen Hotellobby.

Für den Rest des Tages hatte ich mir heute vorgenommen, die Gedenkstätten des Atombombenabwurfs zu besichtigen, namentlich den genbakudoomu (Atombombendom), heiwakouen (Friedenspark), das Peace Memorial und das Peace museum. Nach einer kurzen Fahrt mit der Tram (in Japan eines der Universalfortbewegungsmittel, und unheimlich günstig. Fahrten innerhalb des Stadtgebiets in der Regel ca. 1€) kam ich dann relativ zügig an dem Gelände an. Der Dom fällt einem sofort ins Auge, es handelt sich hierbei um eine alte Messehalle, die als einziges Gebäude im Stadtgebiet noch in der Form erhalten ist, wie es nach der Explosion aussah, wenn auch inzwischen zwei Mal verstärkt, um einem Einsturz vorzubeugen.



Insgesamt sind nur sehr wenige Gebäude nach der Explosion überhaupt stehen geblieben, die Masse wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Und die restlichen wurden im Rahmen der Wiederaufbauarbeiten abgerissen, um neuen Gebäuden Platz zu machen.

Im anschließenden Heiwakouen befindet sich noch die Peace Flame, eine Fackel, deren Feuer erst dann gelöscht werden soll, wenn die letzte Atomwaffe auf diesem Planeten abgerüstet wurde.



An diesen schließt sich noch der Kenotaph zum Gedenken an die Opfer an. Interessant hierbei ist, dass dieser zusammen mit Fackel und Dom eine Achse bildet.



Auf dem gleichen Areal befinden sich noch das Peace memorial und das Peace museum, die den Rest des Tages in Anspruch genommen haben, in denen das Fotografieren jedoch auch wieder nicht gestattet war (und im Memorial haette ich es ehrlich gesagt auch als pietätlos erachtet).

Über das Memorial kann man eigentlich gar nicht so viele Worte verlieren, es handelt sich um einen Ort des stillen Gedenkens, den man durchaus mal besichtigt haben sollte, wenn man vor Ort ist.

Das Museum hingegen war sehr interessant, zeigt es doch einiges über die Hintergründe des Abwurfs (Hiroshimas Aufstieg, die Wahl Japans als Ziel, die Eingrenzung auf Hiroshima, Nagasaki, etc.) sowie Überreste aus den Ruinen der Stadt (Mauerreste, aber auch Kleidung und Alltagsgegenstände, die in den Ruinen gefunden wurden). Es sind auch einige Bilder von Opfern der Brandwirkung und der Spätfolgen ausgestellt, dieser Teil war in der Tat nicht immer ganz angenehm...

Insgesamt ein wirklich bewegender Ort, mich hat dieser Tag ehrlich gesagt erst mal ziemlich runtergezogen und ich habe erst mal den Rest des Abends gebraucht, um meine Gedanken wieder in Ordnung zu bringen. Ich bin bei sowas allerdings auch ziemlich sentimental. Ich empfehle es aber jedem, der mal in der Nähe sein sollte, sich diesen Ort anzusehen.

Damit beende ich auch meinen Teil für heute, als nächstes dann wieder ein paar schöne Geschichten und Bilder aus Miyajima, und eventuell schon mal über meine Ankunft in Shikoku und meinem kleinen Ryoukan mit eigenem Onsen :)

Bis dahin

Kio tsukete

Benjamin

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 12. November 2013
Reisetagebuch, Teil I
Ohisashiburidane,

ich hab ne Weile nichts von mir hören lassen, tut mir leid. Die letzten 4 Wochen lief mein Praktikum, und es war für mich eine interessante und lehrreiche Zeit. Ich durfte(?) eine Präsentation auf Japanisch halten (Thema: IT-Trend in Deutschland) und im Anschluss eine eigene iPhone-App programmieren (dies sogar einigermaßen erfolgreich, auch wenn Design und Funktionsumfang auf Grund der zur Verfügung stehenden Zeit leider zu Wünschen übrig lassen. Wen es interessiert: https://itunes.apple.com/us/app/fpassstore/id735938054?mt=8).
Dafür war ich zeitlich aber auch gut ausgelastet und hatte leider nur wenig Zeit zur Verfügung, die ich in der Masse mit meinen Freunden verbracht habe. Ich werde aber versuchen, über die Zeit noch ein bisschen was nachzuliefern.

Doch am Freitag war es dann soweit: Das Praktikum ging zu Ende, und nachdem ich am Freitagabend noch mal ausgiebig gefeiert habe (und am Samstag ein großes Paket zur Verringerung meines Gepäcks nach Deutschland geschickt habe), begann ich meine Reise durchs Land. Ab jetzt will ich daher versuchen, ein möglichst aktuelles Reisetagebuch zu führen. Heute geht es schon mal los mit den ersten beiden Tagen meiner Reise. Für Interessierte: Meine grobe Routenplanung sieht vor, von Fukuoka aus zuerst nach Hiroshima zu Reisen um im Anschluss Shikoku zu besichtigen. Danach will ich bei Kobe nach Honshu zurückkehren um dann Osaka, Kyoto und Nara zu besichtigen. Der letzte Teil wird mich dann nach Tokyo führen, von wo ich wieder nach Deutschland zurückkehr.

Tag 1 (09.11.): Nachdem ich die letzte Nacht in einem Internetcafe verbrachte habe, führt mich meine Reise als erstes nach Hiroshima. Auf dem Weg habe ich allerdings beschlossen, eine Stop in Shimonoseki einzulegen. Shimonoseki ist ein relativ kleiner Ort, der allerdings (wie mir erzählt wurde) den besten Fugu Japans zu bieten hat. Da ich mir diese Spezialität nicht entgehen lassen wollte, beschloss ich also, meinen ersten Stopp hier einzulegen.

Da ich dann doch relativ spät ankam, zeigte sich gleich das erste Problem meines Vorhabens: Leider ist es scheinbar doch nicht ganz so einfach, spontan ein Hotel zu organisieren, zumindest in kleineren Städten. Als ich dann nach ca. 1 1/2 Stunden Suche tatsächlich bei dem ca. 8. Hotel Glück hatte und eine Zimmer bekam, war ich vor allen Dingen erst mal froh, wieder unter die Dusche zu kommen. Das stundenlange Schleppen eines Rucksacks hinterlässt halt seine Spuren...

Die Suche nach einem passende Restaurant gestaltete sich dagegen relativ einfach, da sich hier ein Fugu-Restaurant ans andere reiht. Die Auswahl erfolgte dann mit Hilfe meines Reiseführers. Nach Betreten wurde ich vom (wie in Japan wirklich üblich) überaus freundlichen Personal in den Tatami-Bereich geführt, um dort Platz zu nehmen. Hier wird das Essen nach ganz traditioneller japanischer Art auf dem Fußboden sitzend von einem etwa 30 - 50cm hohen Tisch eingenommen. Auch wenn ich Traditionen mag, fällt mir das Essen auf Tatami immer noch sehr schwer, da ich so unglaublich schrecklich unbeweglich bin, dass ich noch keine Sitzposition für mich ausfindig machen konnte, in der ich länger als 10 Minuten ohne Schmerzen oder taube Füße am Tisch sitzen kann. Als Ausländer erregt man in Japan sowieso einiges an Aufsehen, und der Wirt hat sich sehr erfreut gezeigt, dass ihn auch deutsche Gäste besuchen kommen. Japanischkenntnisse kommen im Übrigen immer gut an ;) Nach kurzer Wartezeit habe ich dann auch endlich meinen Fisch erhalten.



Ich hatte mich für ein Menü aus verschiedenen Spezialitäten entschieden, und bekam daher:
- Fugusashimi (im Bild, großer Teller)
- Fuguinnereien (im Bild, einer der kleinen Teller)
- Fugutatar (im Bild, einer der kleinen Teller)
- Fugutempura (leider nicht im Bild)
- Selbst zu grillenden Fugu (leider nicht im Bild)

Die Innereien hab ich in der Tat mehr aus Höflichkeit denn aus Genuss aufgegessen (wobei sie nicht wirklich schlimm waren, aber Innereien sind halt nur bedingt mein Ding), Tatar und Sashimi waren in der Tat relativ lecker, wenn auch nicht besonders intensiv im Geschmack. Tempura und gegrillt hat der Fisch aber wirklich fantastisch (wenn auch irgendwie ein bisschen wie Hühnchen) geschmeckt.

Mein Fazit: Ich bin sehr glücklich, Fugu probieren zu können, aber es wird für mich sehr wahrscheinlich bei diesem einen Mal bleiben. Geschmacklich ist hier einfach nicht genug geboten um den doch relativ stolzen Preis zu rechtfertigen. Es ist halt das potenziell tödlichste Essen der Welt (auch wenn es in lizenzierten Restaurant zu keinen Zwischenfällen kommt), und daher mehr (zumindest für mich) mehr eine interessante Erfahrung als eine echte Delikatesse.

Eigentlich wollte ich noch ein bisschen was über meinen ersten Tag in Hiroshima schreiben, aber da dieser Artikel jetzt doch relativ lang geworden ist (und es hier auch schon wieder 1:30 Uhr ist), verschiebe ich das doch lieber auf mein nächstes Update. Hoffentlich morgen. Dann auch gleich 2 oder 3 Tage zusammenhängend, mit mehr Bildmaterial, versprochen ;)

Bis dahin

Mata ne

Ben

... link (0 Kommentare)   ... comment